Steinschmuck

Mit dem Glanz und der Durchsichtigkeit von Edelsteinen konnte ich nie viel anfangen. Meine Faszination für Steine entstand in der Zeit des intensiven Lauftrainings und der Bergwanderungen. Bei Regen freute ich mich über die intensiven Farben und Zeichnungen einheimischer Steine. Anfangs nahm ich manch nassen Stein mit grosser Begeisterung mit und brachte ihn später im trockenen Zustand enttäuscht ob der «wirklichen» Farbe wieder in die Natur zurück. Bis ich entdeckte, dass durch Schleifen der Steine derselbe Effekt wie bei Nässe entstand. Im Strahlerverein Basel erlernte ich die Basics des Schleifens. Zudem lernte ich da einiges über Halbedelsteine.

Durch die Alpenbildung hat die Schweiz keine grossflächigen Vorkommen an Edel-/Halbedelsteinen, dafür aber jede Menge «wertloses» Geröll. Für mich war Schmuck nie eine Geldanlage. Somit mussten die Steine auch keinen finanziellen, sondern emotionalen Wert haben. Und Wert hat alles, wenn ich es nur schätze. Schönheit ist in allem, wenn ich sie nur sehe... Oder im Sinne von St.Exupéry «...denn man sieht nur mit dem Herzen gut». Dass die meisten Edel- oder Halbedelsteine aus fernen, meist sehr armen Ländern kommen und unter sozial und ökologisch schwierigen Bedingungen abgebaut werden, war für mich nebst meiner ursprünglichen Begeisterung für unsere Berge ein Grund mehr, mich zukünftig mehr auf Steine aus der Nähe zu konzentrieren.

Die meisten geschliffenen Halbedelsteine sind des einfacheren Schleifens wegen cabochonförmig (oben rund). Diese Form empfinde ich als trivial. Die Rundung hat etwas Natürliches, und doch ist sie es nicht. Oder sie hat etwas Konstruiertes und wirkt doch so formlos. Dieses Empfinden liess mich nach spezielleren Schliffformen suchen.

Im meinem Steinschmuck soll der Stein die Hauptrolle spielen. Das Metall, das den Stein zum Schmuckstück macht, ist in strukturlosen, glatten, klaren Formen.